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Innovative Behandlungsmöglichkeiten von Pilzinfektionen

Ein neuer Artikel in der Fachzeitschrift "Biomacromolecules" zeigt die konzeptionelle Entwicklung von Trägersystemen für Anti-Pilz-Medikamenten.
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Foto: Jan-Peter Kasper (Universität Jena)

Meldung vom: 30. April 2020, 10:42 Uhr

Ob durch Organtransplantationen, HIV-Infektionen oder eine Chemotherapie - bei einer Schwächung des Immunsystems haben es Pilzinfektionen leicht, sich auszubreiten. Aufgrund der Zunahme immungeschwächter Patienten in den vergangenen Jahren haben diese sogenannten Mykosen in Medizin und Forschung an Aufmerksamkeit gewonnen.

Der Trick der Krankheitserreger, z. B. des Aspergillus fumigatus: Sie dringen in Zellen des intakten Immunsystems ein und zu verbleiben dort zunächst unbemerkt. Zum Zeitpunkt einer Immunschwächung verursachen sie dann Infektionen, die zu Sterblichkeitsraten von bis zu 90% bei Patienten in intensiver Pflege führen können.

Die direkte Behandlung mit Antimykotika, also Anti-Pilz-Mitteln, ist schwierig, insbesondere wenn gleichzeitig das Immunsystem unterdrückende Medikamente eingenommen werden müssen, aber auch weil Antimykotika selbst toxisch oder die Erreger gegen diese Mittel resistent sein können.

Im Sonderforschungsbereich PolyTarget arbeiten wir deshalb an dem vielversprechenden Ansatz, diese Medikamente ein zuschließen bzw. nanoskalierte Trägermaterialien zum Wirkstofftransport im Körper zu entwickeln. 

In der vor Kurzem im Fachblatt "Biomacromolecules" erschienenen Veröffentlichung konnten die Forscherinnen und Forscher im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen den Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Axel A. Brakhage und Prof. Dr. Ulrich S. Schubert mehrere Kopien eines komplexen und aktuell genutzten Wirkstoffmoleküls aus der Gruppe der Echinocandine an zwei Trägermaterialien auf Kunststoff binden. 

Diese Kunststoffe konnten so charakterisiert werden, dass sie präzise mit den Wirkstoffmolekülen gekoppelt werden konnten und wirkten hemmend oder abtötend auf das Pilzwachstum auch dann, wenn die Konzentration der unterhalb toxischen Grenze lag.

Den kompletten Artikel mit dem Titel "Caspofungin Functionalized Polymethacrylates with Antifungal Properties" finden Sie hier.

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