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Das Tarnkappenpolymer PEG – Etabliert aber nicht alternativlos

Artikel im Fachblatt "nature" gibt einen Überblick über mögliche Nebenwirkungen von COVID-Impfstoffen
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Foto: Christian Fleischer / Audiovisual Elements

Meldung vom: 18. Februar 2021, 14:49 Uhr

Polymere für medizinische Anwendungen haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und finden eine immer breitere Verwendung. Eines der aktuell wohl bekanntesten Polymere ist dabei das Tarnkappenpolymer Polyethylenglycol, kurz PEG. Es kommt immer dann zum Einsatz, wenn im Körper etwas vor einer Erkennung und damit Eliminierung durch das Immunsystem geschützt werden soll – beispielsweise bei modifizierten Enzymen, bei der Tarnung von Nanotransportern oder den jüngst entwickelten mRNA-Impfstoffen gegen SARS-Cov-2 auf Basis von Lipidnanopartikeln.

Allerdings steht es unter Verdacht, in seltenen Fällen allergische Reaktionen auszulösen. Die Bildung von Antikörpern ist bekannt und wird durch seine intensive Nutzung in einer Vielzahl von Salben, Cremes oder Shampoo in unserem Alltag verschärft. In Jena werden im Rahmen des Sonderforschungsbereiches PolyTarget seit Jahren Kompetenzen im Bereich der Materialwissenschaften, Pharmazie und Medizin gebündelt, um die Anwendung von Polymeren im Bereich der Medizin vor allem für die Behandlung von Entzündungskrankheiten zu forcieren. PEG ist, auch aufgrund seiner Zulassung, ein Standardpolymer in diesem Bereich, aber nicht alternativlos.

So werden auch im Rahmen dieses Sonderforschungsbereiches neue Polymere auf Basis anderer Polymerklassen, beispielsweise den Polyoxazolinen (POx), hergestellt und intensiv untersucht. Sie zeigen die gleichen Eigenschaften wie PEG bezüglich ihrer guten Biokompatibilität und dem Tarnkappenpotential. Ihre Herstellung ist jedoch deutlich einfacher, da z. B. die eingesetzten Ausgangsstoffe nicht toxisch sind. Forschung und Entwicklung im Bereich alternativer Polymere liefert damit einen wichtigen Beitrag, um die Innovationen im Bereich der Nanomedizin weiter voranzubringen und mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden. 

In der renommierten Fachzeitschrift "nature" ist nun ein Artikel erschienen, in dem die potentiell allergieauslösenden Eigenschaften von PEG in den Impfstoffen gegen SARS-Cov-2 diskutiert und unsere Forschung für Alternativen aufgegriffen werden.

Den kompletten "nature"-Artikel finden Sie hier.

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